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Günstige Zeit für eine Rückkehr

Der Börsenspruch „Sell in May“ ist wohl den meisten Anlegern ein Begrif. Gerne vergessen wird dagegen der zweite Teil des Sprichworts „…and remember to come back in September!“. Will sagen: Der Herbst ist eine günstige Zeit für Nachinvestitionen. Auch in diesem Jahr spricht einiges für ein Comeback.

Wer im Mai 2016 mit Verkäufen sein Depot vor vermeintlich fallenden Kursen schützen wollte, wurde bitter enttäuscht. Anstatt in die erwartete Sommerdepression zu verfallen, legte der DAX bis September um etwa 8 Prozent zu. Nur mutige Anleger, die noch vor der US-Präsidentschaftswahl an die Börsen zurückgekehrten, konnten nach dem schwachen Start in das Börsenjahr noch von der Jahresendrallye profitieren. Für die meisten anderen reichte es nicht mehr für ein positives Ergebnis.

Etwas anders die Situation in diesem Jahr. Die US-Börsen erreichten in den vergangenen Monaten immer neue Rekordmarken, während es an den europäischen Märkten ab Mitte Juni eher bergab ging. Hinweis auf bisher unbekannte saisonale Effekte, die für „Sell in May“ gesprochen hätten? Eher nicht.

Die aktuelle Zurückhaltung an den Börsen ist durch politische Risiken verursacht. Besonders der nordkoreanische Diktator lässt die Sorgen vor einem Atomkrieg steigen. Auch der mögliche Handelskrieg zwischen den USA und China drückt derzeit auf die Kauflaune. Zudem lassen die von Donald Trump versprochenen Reformpläne und Konjunkturprogramme auf sich warten. Prompt ging die Landeswährung auf Sinkflug. Für Europa und besonders das Exportland Deutschland bedeutete dies die Verteuerung eigener Waren und stagnierende Kurse.

Die Politik als Börsen-Bremsklotz ist in den letzten Jahren aber nichts Ungewöhnliches. Immer wieder waren die Auswirkungen – ob positiv oder negativ – nur kurzfristig zu spüren. Solange im Nordkorea-Konflikt eine diplomatische Lösung gesucht wird und eventuell sogar China entschieden auf Kim Jong Un einwirkt, kann eine weitere Eskalation vermieden werden. An den Märkten wird die Erleichterung schnell für eine neue Euphorie sorgen.

Unsere aktuelle Empfehlung lautet daher wie immer: Niemals überhastet handeln. Es ist zwar richtig in hoch bewerteten Märkten Gewinne zu realisieren. Gleichzeitig sollte sich der Blick dabei auf Märkte richten, die sich für eine antizyklische Investition anbieten.

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