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Mythos oder Wirklichkeit?

Der Cost Average oder Durchschnittskosten-Effekt besagt, dass Anleger bei wiederholter Investition eines identischen Geldbetrages in ein Wertpapier oder einen Fonds von zwischenzeitlichen Kursschwankungen profitieren. Denn dann kaufen sie bei niedrigen Kursen relativ viele, bei hohen Kursen aber nur wenige Papiere. Dadurch liegt der durchschnittliche Kaufpreis der Anteile unterhalb des durchschnittlichen Kurses des Wertpapiers im entsprechenden Zeitraum.

Dass die Durchschnittskosten-Strategie so populär ist, führen Wissenschaftler auf zwei Faktoren zurück. Einerseits sei seine Intention gut vermittelbar: Fallende Kurse sollten Anleger nicht als Ärgernis, sondern als Chance verstehen, dem Depot zu günstigerem Preis eine größere Zahl an Wertpapieren hinzufügen zu können. Andererseits sei die Strategie gerade bei Privatanlegern beliebt, die ein regelmäßiges Einkommen erzielten. Dies lasse Pläne mit regelmäßigen, gleich hohen Einzahlungen attraktiv erscheinen.

Finanzwissenschaftler wie Professor Martin Weber von der Uni Mannheim belegen allerdings theoretisch und empirisch, dass der Cost-Average-Effekt nicht automatisch zu einer Renditesteigerung führt: Bei fallenden Kursen relativ größere Stückzahlen zu erwerben, sei nur dann vorteilhaft, wenn der Kurs in der Folge tatsächlich wieder steigt und nicht weiter fällt. Wirklichkeit ist: Dies kann langfristig mit hoher Sicherheit erwartet werden. Mythos ist: Der Cost Average-Effekt führt ganz von allein zu besserer Rendite.

Quelle: Fintax Consulting Ltd / FinanzNews

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