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„The German Angst“ sitzt auch im Depot

Kostolany könnte sich bestätigt fühlen. Kaufen und dann schlafen gehen, scheint das Motto der Deutschen zu sein, wenn es um ihr Depot geht. Das zumindest zeigt eine brandaktuelle Umfrage in 20 Ländern. Im internationalen Vergleich zählen wir Deutschen zu den trägsten Investoren weltweit. Weil die Strategie des Börsenaltmeisters mittlerweile als hochriskant gilt, sollte man sein eigenes Verhalten dahingehend überprüfen.

Knapp zwei Drittel der Anleger in der Bundesrepublik haben ihren Anleihebestand im vergangenen Jahr nicht angetastet. Global betrachtet waren es dagegen nur 40 Prozent, die 2014 untätig waren. Und da die Anleger mit Rentenpapieren etwa 3 Prozent Rendite erzielen konnten, sagen auch 69 Prozent der Befragten hierzulande, dass sie 2015 nichts verändern werden. Global sagen dies nur 38 Prozent.

Wissenschaftler nennen dieses Verhalten den „Status quo Bias“: Weil Menschen Verluste fürchten, meiden sie Entscheidungen mit möglichen negativen Folgen und behalten den bisherigen Zustand bei. Das kann auch daran liegen, dass Verluste nachgewiesenermaßen etwa dreimal stärker wahrgenommen als Gewinne in der gleichen Größenordnung. Anders gesagt: Ein Verlust von 1.000 Euro hat gefühlt dasselbe Gewicht wie ein Gewinn von 3.000 Euro. „The German angst“ scheint dies noch zu verstärken, denn die Chancen, die eine Umschichtung in renditeträchtigere Wertpapiere bietet, scheinen nicht so hoch zu zählen wie deren Risiken.

Bei diesem Anlageverhalten spielt es offensichtlich auch keine Rolle, das klassische Rentenpapiere nicht mehr dieselbe Rendite erwirtschaften können wie 2014. Die Zinsen sind am Boden, sie müssten schon negativ werden, um sich zu rentieren.

Nach den jüngsten Äußerungen der amerikanischen Notenbank-Präsidentin Janet Yellen ist allerdings klar, dass uns die niedrigen Zinsen noch eine Weile begleiten können. ABER: Auch das Niedrigzinsumfeld bietet Chancen. Man muss jedoch bereit sein, etwas größere Risiken als bisher einzugehen.

Im Klartext: Das größte Risiko für Anleger ist derzeit, keine Risiken einzugehen.

Wir helfen Ihnen gerne bei der Streuung!

Quelle: Fintax Consulting Ltd / FinanzNews

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