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Ruhe im Sturm

Diversifikation ist mehr als die Verteilung auf verschiedene Aktien- oder Rentenmärkte. Auch verschiedene Anlagephilosophien und -strategien spielen eine entscheidende Rolle. Gerade wenn die Märkte nervös werden, sollten sich Anleger nie fluchtartig zurückziehen. Besser ist, mit sogenannten Long-Short-Strategien die Depots zu stabilisieren.

Entsprechende Fonds sollen in jedem Marktumfeld eine positive Rendite einfahren. Und diese sollte möglichst über dem Ertrag von Anleihen liegen. Der Weg zu diesem Ziel führt über marktneutrale Strategien. Dabei werden Aktien mit positiven Aussichten gekauft (long) und gleichzeitig Titel oder Indizes, die wenig Performance erwarten lassen (short), verkauft.

Traut der Fondsmanager einem einzelnen Autobauer etwa ein sehr gutes Ergebnis über die nächsten Jahre zu, wird er die Aktie des Unternehmens einkaufen und gleichzeitig die Aktie eines „schwächeren“ Konkurrenten beziehungsweise einen Index auf die Automobilbranche verkaufen. Er profitiert damit nur, wenn der betrachtete Autohersteller tatsächlich besser ist als die Konkurrenz. Dafür ist er gegen Kurseinbrüche des gesamten Automobilmarktes abgesichert.

Marktneutralität ist jedoch nicht mit Risikolosigkeit oder gar einer Renditegarantie zu verwechseln Es gibt immer wieder Marktphasen, in denen auch diese Strategie Geld verliert. Allerdings sind diese Kursrücksetzer in der Regel deutlich geringer ausgeprägt als bei klassischen Aktienfonds. Als Ergänzung für den defensiven Teil des Portfolios sind Long-Short-Fonds auch deshalb so interessant, weil sie sich häufig unterschiedlich zu Aktien und Anleihen entwickeln und damit zur Diversifikation des Portfolio-Ergebnisses beitragen. Im Zusammenspiel mit Immobilienfonds sowie Anleihen aus den großen Industrienationen und Schwellenländern, kann so ein stabiles Fundament für jedes Portfolio zusammengestellt werden.

Fazit: Sowohl für den defensiv orientierten Anleger als auch für Investoren, die nicht auf stabilere Bausteine im Depot verzichten möchten, können Long-Short- oder Absolute-Return-Strategien eine sinnvolle Beimischung sein.

 

Abbildung: Larisa-K/pixabay.com

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