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Mit der Salami-Taktik in den Aktienmarkt

Gehören auch Sie zu den vorsichtigen Anlegern, die noch über viel Liquidität verfügen, sich aber nicht für den einen Tag entscheiden möchten, an dem sie ihr Geld auf einen Schlag in den Markt werfen? Das ist aktuell mehr als verständlich. Aber da gibt es ja auch noch die alte Börsenweisheit, dann zu investieren, wenn die Kurse fallen.  Es gibt einen nervenschonenden Weg aus diesem Dilemma: Nämlich Schritt für Schritt in den Aktienmarkt zu gehen.

“Im Einkauf liegt der Gewinn“. Diese alte Kaufmannsregel beschreibt wie keine andere die Sinnhaftigkeit antizyklischer Anlageentscheidungen. Ist die Unsicherheit an den Aktienmärkten hoch, verlangen Anleger hohe Prämien, um in Aktien zu investieren. Und je höher diese Risikoprämien sind, desto höher ist der zukünftig zu erwartende Ertrag.

Aber ganz so einfach ist es in der Praxis des nicht. Eskaliert Putins Krieg weiter, droht eine handfeste Rezession, auch wenn Europa nicht direkt in den Krieg verwickelt wird. Es bleibt also hochgradig unsicher, wie es weitergeht. Diese Unsicherheit bringt den emotionalen Aspekt des Investierens in den Vordergrund. Aber: Im Gegensatz zum ökonomischen ist der sehr wohl handhabbar.

Denn wer sein Geld schrittweise anlegt, braucht nicht nur weniger Mut, sondern profitiert auch vom sogenannten „Durchschnittskosten-Effekt“ oder dem „Cost-Average-Effekt“. Beispiel: Bei einem monatlichen Kapitaleinsatz kauft der Anleger bei sinkenden Kursen mehr Fondsanteile als in einem Monat mit steigenden Kursen. Dadurch erhält der Sparer auf längere Sicht die Anteile zu einem günstigen Durchschnittspreis.

In einer starken Wachstumsphase führt diese Strategie zwar langfristig zu einem niedrigeren Ergebnis als die Direktanlage des gesamten verfügbaren Vermögens, in Krisenzeiten ist diese „Salami-Taktik“ überlegen und vermindert das persönliche Timing-Risiko.

Fazit: Solange erhöhte Unsicherheit an den Märkten herrscht, empfehlen wir geplante Aktienkäufe über mehrere Monate zu streuen. Etwa über die Direktanlage des hälftigen Betrags und gleichzeitiger Einrichtung eines internen Sparplans. Für vorsichtige Anleger stellt dieses Vorgehen eine gute Brücke zum Aktienmarkt dar, weil sie so nervenschonender und antizyklisch investieren können.

Abbildung: nattanan23/pixabay.com

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