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Markowitz: Nobelpreis in neuem Glanz?

Eine bekannte Börsenweisheit lautet, dass man nicht alle Eier in einen Korb legen sollte. Sie geht auf den Nobelpreisträger Harry Markowitz zurück, der in seiner Portfoliotheorie die Bedeutung der Risikostreuung herausgearbeitet hat. Demnach können Anleger das Risiko für Verluste deutlich senken, wenn sie ihr Vermögen breit streuen und auf mehrere Anlageklassen verteilen. Das geht so lange gut, wie es an den Märkten ruhig zugeht.

Auch wenn die Markowitz-Theorie mittlerweile 60 Jahre auf dem Buckel hat, ist sie keineswegs überholt. Aber man muss sie weiter interpretieren. In den 50er Jahren gab es beispielsweise noch keine Möglichkeiten in Schwellenländer oder auch in Rohstoffe zu investieren.

Und genauso wichtig wie die Streuung über mehrere Anlageklassen ist heute die Streuung über verschiedene Anlagestrategien. Im Aktienbereich bekannte Strategien sind beispielsweise solche, bei denen ausschließlich auf dauerhaft steigende Kurse gesetzt wird.

Die nächste Erweiterung der Diversifizierung sind Strategien, die gleichzeitig auf steigende und auf fallende Kurse setzen. Dabei kauft man unterbewertete Aktien und verkauft überbewertete Aktien per Leerverkauf. Also gegen eine Gebühr geliehene Aktien, bei denen man auf einen Kursverfall setzt. Dies wird im Fachjargon „short gehen“ genannt.

Noch weiter lassen sich Portfolios mit Multi-Strategie-Fonds diversifizieren. Hier setzen Fondsmanager eine ganze Reihe unterschiedlicher Strategien – in manchen Fonds bis zu 30 – um, was man als Privatanleger nicht schafft. Wichtig: Wie für alle Investmentfonds gilt auch für diese, dass sie treuhänderisch verwaltetes Sondervermögen sind. Damit bieten sie deutlich mehr Sicherheit als beispielsweise Zertifikate.

Last but not least: Die breite Streuung hat spätestens dort ihre Grenze, wo in einem Portfolio letztlich der Gesamtmarkt wieder vollständig abgebildet wird. Dann nämlich werden die eingegangenen Risiken unüberschaubar. Denn es ist überhaupt nicht sicher, wie sich Aktien- und Anleihenmärkte in den nächsten Monaten entwickeln. Unbekannter Faktor in der Gleichung: Die Notenbanken. Sie könnten die Erwartungen der Anleger aufs Neue durchkreuzen.

 

Diagramm (c) fintax

Quelle: Fintax Consulting Ltd / FinanzNews

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