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Letzte Tipps vor der Abgabe

Es ist Jahr für Jahr eine lästige Pflicht, aber sie lohnt sich: die Steuererklärung. Durchschnittlich 974 Euro zahlten die Finanzämter den Deutschen 2018 zurück. Auch wenn die Erklärung von Kapitalerträgen seit Einführung der Abgeltungssteuer deutlich bequemer geworden ist, gibt es einige Tipps und Fallstricke zu beachten. Ansonsten freut sich Vater Staat über unfreiwillige Geschenke…


Tipp 1: Freistellungsauftrag richtig nutzen
Anleger sollten frühzeitig darauf achten den persönlichen Sparerfreibetrag von 801 Euro (1.602 Euro bei Ehepaaren) sinnvoll über ihre Banken zu verteilen. Wer keinen oder einen zu geringen Freistellungsauftrag bei seiner Depotbank gestellt hat, muss dies mühsam über die Steuererklärung nachholen. Nicht ausgeschöpfte Freibeträge werden ansonsten vom Fiskus nicht berücksichtigt. Seit dem Jahr 2018 wird auch die Vorabpauschale zum Jahresanfang gegen den Freistellungsauftrag gerechnet. Ansonsten droht Liquiditätsabfluss direkt aus dem Depot oder sogar eine unliebsame Abbuchung vom Girokonto. Und zwar ohne Ihr zutun!

Tipp 2: Beratungsgebühren teilweise absetzbar
Weiterhin absetzbar sind bis zu 50 Prozent der Gebühren, die Anleger „All-in-Fees“ an ihre Berater zahlen. Voraussetzung dabei ist, dass dieser Anteil an Transaktionskosten auf einer sachgerechten und nachprüfbaren Berechnung beruht.

Tipp 3: Nichtveranlagungsbescheinigung oder „Günstigerprüfung“ beantragen
Auch Rentner, Studenten, Kinder mit Kapitalerträgen und Arbeitnehmer mit geringen Einkünften können beim Finanzamt freiwillig einen Antrag stellen und die sogenannte Günstigerprüfung beantragen. Das rechnet sich, wenn der persönliche Steuersatz unter 25 Prozent liegt. Die Differenz zwischen zu viel gezahlter Steuer und tatsächlicher Steuerlast wird vom Amt ermittelt und erstattet.
Ist eine Veranlagung zur Einkommenssteuer nicht zu erwarten, kann auch eine Nichtveranlagungsbescheinigung vom Finanzamt ausgestellt werden. Nach Vorlage bei der Depotbank werden damit sämtliche Kapitalerträge von der Abgeltungsteuer freigestellt.

Tipp 4: „Spekulationsfrist“ bei Gold einhalten
Wer Goldbarren- und münzen binnen einem Jahr verkauft, muss die Erlöse mit dem individuellen Steuersatz versteuern. Es gilt lediglich eine Freigrenze von 599,99 Euro pro Person. Wer mit dem Verkauf aber wartet, bis die einjährige „Spekulationsfrist“ abgelaufen ist, muss von den erzielten Gewinnen nichts an das Finanzamt abgeben. Allerdings können dann auch mögliche Verluste nicht mehr geltend gemacht werden…

Abbildung: jarmoluk/pixabay.com

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