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Letzte Tipps vor der Abgabe

Es ist Jahr für Jahr eine lästige Pflicht, aber sie lohnt sich: die Steuererklärung. Durchschnittlich 935 Euro zahlten die Finanzämter den Deutschen 2017 zurück. Auch wenn die Erklärung von Kapitalerträgen seit Einführung der Abgeltungssteuer deutlich bequemer geworden ist, gibt es einige Tipps und Fallstricke zu beachten. Ansonsten freut sich Vater Staat über unfreiwillige Geschenke…

Tipp 1: Freistellungsauftrag richtig nutzen
Anleger sollten frühzeitig darauf achten den persönlichen Sparerfreibetrag von 801 Euro (1602 Euro bei Ehepaaren) sinnvoll über ihre Banken zu verteilen. Wer keinen oder einen zu geringen Freistellungsauftrag bei seiner Depotbank gestellt hat, muss dies mühsam über die Steuererklärung nachholen. Nicht ausgeschöpfte Freibeträge werden ansonsten vom Fiskus nicht berücksichtigt.

Tipp 2: Nicht ausgeschüttete Erträge ausländischer Fonds separat erklären
Erträge von ausländischen Fonds, die nicht ausgeschüttet, sondern direkt wieder im Fonds angelegt werden, müssen auch für 2017 separat in der Steuererklärung angegeben werden. Die gute Nachricht: Dies ist in diesem Jahr zum letzten Mal notwendig. Ab der Veranlagung 2018 werden in- und ausländische Publikumsfonds gleichbehandelt und eine sogenannte Vorabpauschale berechnet. Der Investmentsteuerreform zum Jahreswechsel sei Dank! Trotzdem sollten die Unterlagen der vergangenen Jahre hierzu aufgehoben werden. Beim Verkauf der Fonds wird durch deren Vorlage eine Doppelbesteuerung verhindert.

Tipp 3: Beratungsgebühren teilweise absetzbar
Weiterhin absetzbar sind bis zu 50 Prozent der Gebühren, die Anleger „All-in-Fees“ an ihre Berater zahlen. Voraussetzung dabei ist, dass dieser Anteil an Transaktionskosten auf einer sachgerechten und nachprüfbaren Berechnung beruht.

Tipp 4: Rentner, Studenten, Geringverdiener: „Günstigerprüfung“ beantragen
Auch Rentner, Studenten, Kinder mit Kapitalerträgen und Arbeitnehmer mit geringen Einkünften können beim Finanzamt freiwillig einen Antrag stellen und die sogenannte Günstigerprüfung beantragen. Das rechnet sich, wenn der persönliche Steuersatz unter 25 Prozent liegt. Die Differenz zwischen zu viel gezahlter Steuer und tatsächlicher Steuerlast wird vom Amt ermittelt und erstattet.

Tipp 5: „Spekulationsfrist“ bei Gold einhalten
Wer Goldbarren- und münzen binnen einem Jahr verkauft, muss die Erlöse mit dem individuellen Steuersatz versteuern. Es gilt lediglich eine Freigrenze von 599,99 Euro pro Person. Wer mit dem Verkauf aber wartet, bis die einjährige „Spekulationsfrist“ abgelaufen ist, muss von den erzielten Gewinnen nichts an das Finanzamt abgeben. Allerdings können dann auch mögliche Verluste nicht mehr geltend gemacht werden…

Es ist Jahr für Jahr eine lästige Pflicht, aber sie lohnt sich: die Steuererklärung. Durchschnittlich 935 Euro zahlten die Finanzämter den Deutschen 2017 zurück. Auch wenn die Erklärung von Kapitalerträgen seit Einführung der Abgeltungssteuer deutlich bequemer geworden ist, gibt es einige Tipps und Fallstricke zu beachten. Ansonsten freut sich Vater Staat über unfreiwillige Geschenke…

Abbildung: jarmoluk/pixabay.com

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