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Coronavirus sorgt für Korrektur

Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus (COVID-19) dominiert nach wie vor die mediale Berichterstattung. Die globalen wirtschaftlichen Auswirkungen werden von den Finanzmärkten vorweggenommen und führen zu deutlichen Kursabschlägen an den Aktienbörsen. Allerdings gibt es auch gute Gründe, die für eine ebenso starke Erholung sprechen.

Aufgrund der positiven Wirtschaftsdaten haben sich die Aktienmärkte seit Jahresanfang sehr robust gezeigt und stiegen auf immer neue Rekordhochs. In der letzten Februarwoche ging es dann schlagartig bergab. Mit der Angst vor dem Virus, griff auch die Angst vor einem Eintrüben der Weltwirtschaft um sich. Hier spielte aber nicht nur menschliche Panik eine Rolle, sondern auch konkrete Sorgen um die Auswirkungen auf globale Lieferketten. In unserer extrem vernetzten Welt und einer damit verbundenen Abhängigkeit, kann eine stillstehende Fabrik bei einem chinesischen Zulieferer auch in Europa und den USA zu Produktionsstopps und damit Gewinneinbußen führen.

Trotzdem sehen Experten den aktuellen Kursrückgang lediglich als temporäre Korrektur. Zu intakt hat sich das globale Wachstum zuletzt gezeigt. Auch ziehen beispielsweise in China die Regierung und Zentralbank alle Register. Anders als in Europa oder den USA mischt sich hier die Notenbank direkter in die Kreditvergabe der Banken ein und Peking stimuliert mit neuen Investitionsprogrammen die Nachfrage. In Hongkong setzt die Regierung auf sogenanntes „Helikoptergeld“, das an die Bürger ausbezahlt wird und den Konsum fördern soll. Die EZB hat im Gegensatz hierzu deutlich weniger Möglichkeiten helfend einzugreifen. Trotzdem verkündete EZB-Direktorin Isabel Schnabel zuletzt, dass die Notenbank nicht darüber hinwegsehen könnte, wenn sich das Virus stärker in Europa festsetzt.

Die Federal Reserve in den USA hat, mit ihrem vergleichsweise hohen Zinsniveau, noch deutlich mehr Spielraum für Zinssenkungen, die zu einer Kurserholung beitragen könnten. Dass sie diesen Spielraum auch nutzt, scheint wahrscheinlich: Die Fed sieht sich schon seit Jahren als globale Zentralbank, die auch dann eingreift, wenn die USA nicht direkt von einer wirtschaftlichen Abschwächung betroffen ist. Zudem sitzt ein Präsident in Washington, der seit Beginn seiner Amtszeit Zinssenkungen fordert und im Wahljahr sicherlich den Druck auf die Notenbänker erhöhen wird. Dieses Mal mit gutem Grund.

Fazit: Eine Beruhigung der Märkte ist stark von dem Verlauf der Neuerkrankungen/Heilungen des Virus abhängig und damit schwierig zu prognostizieren. Eindeutig ist aber, dass die aktuellen Kursabschläge eine Übertreibung darstellen, die sich langfristig korrigieren wird. Sämtliche Indizes befinden sich unter den Endjahresprognosen der führenden Investmentbanken. Der „Rebound“ – also eine Erholung – bleibt aus unserer Sicht daher das wahrscheinlichste Szenario. Die aktuellen Aktienpreise sehen wir daher als günstige Einstiegskurse. Damit ist aber nicht gesagt, dass uns größere Schwankungen noch eine Weile begleiten werden.

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