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China macht (e)mobil

Die einen reden, die anderen machen. Besser kann man kaum beschreiben, welchen unterschiedlichen Stellenwert derzeit das Thema Elektromobilität in West und Ost einnimmt. Während China hier das große Rad dreht, hat es Trumps Amerika mit der Verkehrswende anscheinend nicht sehr eilig. Europa steht dazwischen, aber eben auch nicht ganz vorn. Das könnte mittelfristig auch Folgen für Anleger haben.

Bereits 2015 hat China die USA als weltgrößter Absatzmarkt für Elektroautos überholt. 2017 wurden 700 000 Autos verkauft, in diesem Jahr könnten es erstmals mehr als eine Million Stromautos werden. Damit machen chinesische Autos ungefähr 60 Prozent der weltweit verkauften reinen Elektroautos aus. Diese Zahlen sollten Anleger aufmerksam machen, die Trends früh erkennen und darin investieren wollen, noch bevor die große Masse losrennt. Das ist gerade in Schlüsselindustrien wie der Autobranche von wesentlicher Bedeutung.

Bislang haben chinesische Unternehmen vom Autoboom wenig profitiert, weil sie in den Joint Ventures ausländischer Konzerne lediglich die Werkbank waren. Volkswagen, General Motors und Toyota bedienten den Massenmarkt, Daimler, BMW und Audi die besser betuchte Bevölkerung. So dominieren sie die seit einhundert Jahren eingeführte Technik von Verbrennungsmotoren und deren Produktion.

Das könnte sich jetzt parallel zum Vormarsch der Elektromobilität tiefgreifend und nachhaltig verändern, denn Chinas Konsumgüterindustrie beherrscht auch die Batterietechnik. Und zwar von den Rohstoffen über die Zellfertigung bis hin zum Energiemanagement. Deren massive staatliche Förderung zeigt, wohin der Weg gehen soll: Die komplette neue Wertschöpfung rund um das Stromauto soll im Land verankert werden.

Schlechte Nachrichten also für die ausländischen Zulieferer. Damit aber nicht genug. Sie müssen neben dem Verlust ihres wichtigsten Absatzmarktes wohl auch den ersten Gegenangriff fürchten. Der neu gegründete Hersteller Nio will mit reinen Stromautos bald auch global angreifen. Er kann dabei vor allem auf deutsches Know-how zurückgreifen und hat sein Entwicklungszentrum direkt vor den Toren der deutschen Autoindustrie in München angesiedelt. Der Kampf um den Markt der Zukunft ist eröffnet.

Fazit: Anleger die von dieser Entwicklung in einer Schlüsselindustrie profitieren möchten, bieten sich verschiedene Möglichkeiten. Wir haben diese nebenstehend zusammengefasst.



Fonds im Fokus

Der „Ökoworld Growing Markets 2.0“ hat den chinesischen E-Auto-Hersteller „BYD“ als zweitgrößte Position ins Fondsportfolio aufgenommen und setzt zudem auf nachhaltige Unternehmen in Schwellenländern Eine weitere Option ist die Investition in Unternehmen, die den Batterie-Rohstoff Lithium fördern. Mit dem „Structured Solutions Lithium Index Strategie Fonds“ kann man in eine breite Palette der Lithium-Förderer investieren und an den steigenden Preisen des Metalls teilhaben. Wen saubere Energie und Energieeffizienz interessiert, ist mit dem „Pictet-Clean Energy“ sowie dem „Blackrock GF-New Energy“ gut bedient.

Für weitere Anlagevorschläge oder Empfehlungen von Fonds, die am besten in Ihr Depot passen, sprechen Sie uns einfach an.

Abbildung: Joenomias/pixabay.com

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