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Am besten raus!

So haben wir es gelernt: Rentenfonds sind elementare Bausteine in einem ausgewogenen Portfolio. Jahrzehntelang stützten sich Anleger auf ihre stetige Wertentwicklung, die für Stabilität im Depot sorgte. Doch was lange als Gewissheit galt, ist heute fraglich. Wegen der extrem niedrigen Zinsen erscheint derzeit nicht nur der Einstieg wenig attraktiv. Man sollte sogar über einen Verkauf nachdenken.

Ende vergangenen Jahres steckten mehr als 186 Milliarden Euro deutscher Anleger in diesen Fonds, ein Großteil in sicheren deutschen Bundesanleihen (Quelle Bundesverband für Investment und Asset Management). Diese Attraktivität hat ihre Gründe: Seit den 1980er-Jahren profitierten Rentenfonds-Anleger von tendenziell sinkenden Zinsen. Aber: Die Zinsen für Staatsanleihen von Euroländern, in die sichere Rentenfonds investieren, sind so niedrig wie noch nie.

Die momentane Geldpolitik der EZB lässt also hohe Kursgewinne mittelfristig kaum noch zu erwarten. In den Euroländern mit sehr guter Kreditwürdigkeit müssten die Renditen für Anleihen mit kurzer und mittlerer Laufzeit noch weiter in den negativen Bereich sinken und länger laufende Papiere unter die Null-Prozent-Marke rutschen. Die Perspektiven für Rentenfonds sind demnach bescheiden. Beide Ertragsquellen, die feste Verzinsung der Anleihen und mögliche Kursgewinne, geben nicht mehr viel her. Kurzfristig sind zwar noch weitere Kursgewinne möglich, die die Erträge von Rentenfonds auf ein erträgliches Niveau heben könnten. Doch mittelfristig droht Ungemach: Entweder stagnieren die Zinsen auf einem sehr niedrigen Niveau und zum Teil im negativen Bereich. Oder sie steigen an, falls die Konjunktur im Euroraum wieder Tritt fassen sollte.

Beide Entwicklungen wären für Rentenfonds-Anleger denkbar ungünstig. Im ersten Fall erwirtschaften sie mit ihren Fondsanteilen so gut wie keine Rendite. Im zweiten Fall machen sie sogar Verluste. Denn bei steigenden Zinsen sinken die Kurse von Anleihen. Aber Achtung! Man sollte Aktion nicht mit Aktionismus verwechseln und ohne Plan verkaufen. Jetzt ist ein gutes Depotmanagement gefragt. Was tun mit der frei werdenden Liquidität?

Fazit: Klassische Rentenfonds sind an sich kein schlechtes Produkt. Sie sind aber in einem Umfeld sehr niedriger Zinsen im Vergleich zu Tagesgeld und Festgeld nicht attraktiv. Man sollte erst dann wieder eine Anlage in Rentenfonds in Betracht zu ziehen, wenn die Effektivverzinsung der zugrunde liegenden Anleihen wieder deutlich über der Inflationsrate oder der Dividendenrendite von Aktien liegt.

Quelle: Fintax Consulting Ltd / FinanzNews

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