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Allokation wichtiger denn je

Dass die richtige Kombination verschiedener Anlageklassen (Assets) wichtiger für ein erfolgreiches Depot ist, als die Auswahl einzelner Wertpapiere, wird heute kaum noch in Frage gestellt. Dagegen unterschätzen selbst Experten immer noch die Auswirkungen der weltweit niedrigen Zinsen: Die einfache Mischung von Aktien und Anleihen reicht nicht mehr aus, um stabile Erträge zu erwirtschaften.

Je nachdem, welcher wissenschaftlichen Studie man traut, hängen 80 bis 90 Prozent des Anlageerfolgs von der richtigen „Asset Allocation“, also der Verteilung von Aktien, Rohstoffen, Anleihen, Immobilien und Liquidität, ab. Der Nobelpreisträger Harry Markowitz beschrieb die die perfekte Depotzusammensetzung dann auch wie folgt: “Ein gutes Portfolio ist mehr als eine lange Liste von Wertpapieren. Es ist eine ausbalancierte Einheit, die dem Investor gleichermaßen Chance und Absicherung unter einer Vielzahl von möglichen zukünftigen Entwicklungen bietet.“

Ein professionelles Portfolio Management muss aktuell mehr denn je die Wechselwirkungen von Anlagen genau im Blick haben. Das Besondere einer Asset Allokation liegt nämlich in den Korrelationen zwischen den einzelnen Anlagen. So ist das Gesamtrisiko eines Portfolios nicht gleich der gewichteten Risiken einer jeden Anlage, sondern wird um den Korrelationsfaktor gemindert. Beispiel: Mischt man zwei Anlageklassen wie Aktien und Gold, so sinkt das Gesamtrisiko des Portfolios, weil Aktien und Gold oft negativ korrelieren.

In der Praxis treten diese Überlegungen jedoch häufig in den Hintergrund. Stattdessen liegt der Fokus allzu oft auf dem Verkauf von Produkten, der Diskussion um Einzeltitel und der Suche nach dem perfekten Ein- oder Ausstiegspunkt. Kein Wunder, dass dabei auch andere Entwicklungen verschlafen werden. Reichte es vor zehn Jahren noch aus, Aktien und Anleihen zu kombinieren, um das Gesamtrisiko eines Portfolios zu verringern, hat dieses Vorgehen im Niedrigzinsumfeld an Effektivität verloren. Bestes Beispiel hierzu war die Marktkorrektur der vergangenen Monate:  Konnten in der Vergangenheit Anleihen von Schwächephasen am Aktienmarkt profitieren, gaben im Februar und März 2018 die Preise beider Anlageklassen nach.

Fazit: Die „Asset Allocation“ hat im Niedrigzinsumfeld ihren Nutzen nicht verloren. Im Gegenteil. Sie ist nur deutlich anspruchsvoller geworden und verlangt nach noch mehr Aufmerksamkeit. Um die Abhängigkeit von Anleihen und Zinsanpassungen der Notenbanken zu verringern, muss hier auf Investments zurückgegriffen werden, die ebenfalls stabile Erträge bringen oder eine niedrige Korrelation mit den Aktienmärkten aufweisen. Mehr zu möglichen Alternativen erfahren Sie von uns in dieser Ausgabe, aber selbstverständlich auch jederzeit in einem Beratungsgespräch.

 

Abbildung: nattanan23/pixabay.com

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