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Aktives Management im Vorteil

Passive Indexfonds erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und profitieren dabei von einem anhaltenden Bullenmarkt. Ob das auch in Krisenzeiten gilt, konnten sie bislang noch nicht unter Beweis stellen. Mit dem Coronavirus kam jetzt die erste richtige Bewährungsprobe.

Lange Zeit war die „Krisenfestigkeit“ von ETFs nur eine theoretische Diskussion. Das Coronavirus hat nun eine Schwäche der Indexfonds aufgedeckt. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds arbeiten ETFs nur mit einer geringen Liquiditätsreserve und bleiben auch im Falle eines Marktumschwungs voll investiert. Was in guten Zeiten einen Vorteil bringt, rächt sich bei Kursabstürzen, in denen das Geld der Anleger nicht kurzfristig auf dem Geldmarkt geparkt werden kann.

In regelmäßigen Abständen untersucht die FNews-Redaktion die Ergebnisse von ETFs und vergleicht sie mit aktiv gemanagten Fonds der gleichen Regionen, Märkte und Branchen. Demnach konnten Fondsmanager in den ersten Monaten des Jahres 2020 den Vorteil einer höheren Flexibilität ausspielen. Im Vergleich zu ETFs wie „MSCI World“ oder „EuroStoxx600“ verzeichnen die langjährigen Empfehlungen der Fondsbroker AG im Anlagesegment „Globale und europäische Aktien“ eine klare Outperformance.  

Wie dem Schaubild zu entnehmen ist, konnten sich der „Morgan Stanley Global Opportunities“ sowie der „Threadneedle European Select“ insbesondere im März von der ETF-Konkurrenz absetzen. Also in genau dem Monat, an dem die Corona-Angst den Höhepunkt erreicht hatte und die Aktienmärkte besonders stark fielen. Die Fondsmanager schafften es also mit einer gut überlegten, schnellen Allokation, die Verluste zu begrenzen. Beachtlich dabei auch, dass die Fonds nicht nur eine höhere Rendite erzielten, sondern auf Jahressicht sogar eine geringere Volatilität aufwiesen. Das gute Ergebnis wurde demnach mit einem geringeren Risiko erwirtschaftet.

Ähnlich sieht die Situation bei den beliebten ETFs und aktiven Fonds aus, die sich auf die Anlage in globalen Dividendentiteln spezialisiert haben. Gerade hier wird für die nächsten Jahre aktives Handeln wichtig: Zunehmend senken auch bisher besonders großzügige Unternehmen ihre Ausschüttungen an Anleger oder streichen diese gleich ganz. Die Dividenden der vergangenen Jahre als Grundlage für die Aufnahme in die Portfolien zu nehmen - wie bei Dividenden-ETFs üblich – wird sich für Anleger nicht auszahlen.

Fazit: Bisher konnten ETFs die Erwartungen der Anleger nicht erfüllen und gerade besonders beliebte Indizes fielen stärker als vergleichbare Investmentfonds. Sollten Sie Unterstützung bei der Fondsauswahl oder der Einschätzung der Risiken in Ihrem Depot benötigen, sind wir Ihnen selbstverständlich gerne behilflich.

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