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Achtung: Teurer Trend!

Mischfonds sind den Deutschen liebstes Kind. Dies bestätigt die BVI-Statistik des ersten Halbjahrs 2018. Anstatt spezialisierte Aktien-, Anleihe-, Rohstoff- und Immobilienfonds aus verschiedenen Segmenten und Regionen auszuwählen, überlassen dies Anleger lieber den Fondsmanagern von Mischfonds. Wer diesem Trend in der Fondsbranche folgt, hat ganz offensichtlich nicht die gravierenden Auswirkungen der Investmentsteuerreform bedacht.

Allein im ersten Quartal dieses Jahres flossen 5,4 Milliarden Euro in die beliebten Mischfonds, da die Aufteilung des Investments auf diesem Weg stark vereinfacht wird. Aber ist sie deshalb auch erfolgreicher? Dagegen spricht die seit Jahresbeginn geltende Gesetzgebung. Anleger können jetzt nicht mehr Teile der Quellensteuer auf gezahlte Dividenden anrechnen lassen. Stattdessen gilt für Aktienfonds eine Teilfreistellung von 30 Prozent, die die Steuerlast entsprechend verringert.

Mischfonds-Anleger kommen hingegen lediglich in den Genuss einer Freistellung von 15 Prozent. Aber nur, wenn der Fonds mindestens eine Aktienquote von 25 Prozent aufweist. Verfolgt der Mischfonds eine Strategie mit geringerem Aktienanteil oder möchte sich das Management nicht mit Untergrenzen einschränken lassen, erhalten Anleger keinen Steuerabzug. Die Zahlen der BVI zeigen, dass dieser Vorteil der Fondsselektion noch nicht allen Anlegern und Beratern geläufig ist. Zu verlockend scheint das Versprechen, durch die Investition in wenige Produkte eine breite Risikostreuung zu erreichen.

Nicht nur die Investmentsteuerreform spricht gegen Mischfonds. Zu häufig gleichen sich deren Strategien und Positionierungen. Die gewünschte Diversifikation wird damit zur Farce. Darüber hinaus sind die Kosten dieser Fonds durchschnittlich höher als die meisten Wertpapierfonds. Unterm Strich wirken sich diese dann auch auf die Rendite aus.

Ein weiteres Problem zeigt sich bei Teilentnahmen: Lassen sich bei Einzelfonds damit ganz gezielt Gewinne realisieren, werden beim Verkauf von Mischfondsanteilen zwangsläufig alle Positionen über einen Kamm geschert und auch Wertpapiere veräußert, die gerade günstiger geworden sind. Antizyklisches Investment sieht anders aus!

Unsere Empfehlung: Mischfonds haben weiterhin eine Berechtigung in Anlegerportfolios, wenn sie als Ergänzung im eher defensiven Bereich genutzt werden. Auch bei kleinem Volumen bietet sich die Anlage an, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Ist eine Streuung auf verschiedene Fonds und Anlageklassen möglich, sollte diese vorgenommen werden.

 

Abbildung: Goumbik/pixabay.com

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